Theresia Gerhardinger - Unsere Namensgeberin
Karolina Gerhardinger wurde am 20. Juni 1797 in Stadtamhof, heute Stadtteil von Regensburg als einziges Kind des Schiffsmeisters Willibald
Gerhardinger und seiner Frau Franziska geboren. Schon im Alter von zwölf Jahren wurde
sie Hilfslehrerin und mit 15 Jahren königliche Lehrerin an der Mädchenschule
in Stadtamhof - dem heutigen Stadtteil von Regensburg.
1815 bat sie den Regensburger Dompfarrer, den späteren Bischof Georg Michael Wittmann
um Anleitung zu einem klösterlichen Leben. Nach Wittmanns Plan sollte
sie in keinen bisherigen Orden eintreten, sondern ein Kloster in
zeitgemäßer Form für die Erziehung und den Unterricht der weiblichen Jugend gründen. Der Magistrat von Stadtamhof war aus finanziellen Gründen
gegen eine Klostergründung, Karolina Gerhardinger ging mit zwei
Gefährtinnen nach Neunburg
vorm Wald, um dort ein gemeinsames klösterliches Leben zu führen. König Ludwig I.
von Bayern erteilte 1834 die landesherrliche Genehmigung des klösterlichen
Instituts.
Bis 1833 blieb Karolina Gerhardinger Lehrerin an ihrem Heimatort. 1835 legte
sie in Regensburg
ihre Ordensgelübde ab, nahm den Namen Maria Theresia von Jesus
an und wurde Oberin des neuen Instituts. Die in Neunburg von ihr geführte Schule wurde bald zu einer Musterschule, Maria Theresia
wirkte bahnbrechend durch ihren ganzheitlichen Ansatz mit modernem
Anschauungsunterricht, hauswirtschaftlichen und kaufmännischen Fächern,
Fremdsprachen, musischer Bildung und Turnen.
1843 überließ König Ludwig I. dem Institut das frühere Klarissenkloster
am Anger in München als neue Zentrale. Die Kongregation konnte sich rasch in vielen Ländern ausbreiten. 1847 ging Maria Theresia
nach Nordamerika, legte dort - teilweise im Ochsenkarren - über 4000
Kilometer zurück und bereitete sieben Schulgründungen vor. Papst Pius IX bestätigte 1865
die Satzung der Armen Schulschwestern von Unserer Lieben Frau , in der Mutter Theresia die zentrale Leitung ihrer Gemeinschaft als
Generaloberin zuerkannt wurde, was bis dahin männlichen Orden vorbehalten war.
Maria Theresia starb am 9. Mai 1879 im Mutterhaus in München und wurde in der Klostergruft bestattet. Damals gab es schon 166 Niederlassungen
des Ordens in Europa und 125 in Nordamerika, insgesamt gehörten ihm 3000
Schulschwestern an.
Während des Dritten Reiches wurden in Deutschland fast alle Schulen des
Ordens geschlossen, viele Ordensschwestern wanderten in andere europäische
Länder oder nach Nord- und Südamerika aus. Die Gebeine der Gründerin wurden 1985
in die Grabkapelle der Institutskirche St. Jakob in München übertragen; auf der Grabplatte findet sich ihr Leitwort: Alle Werke Gottes
gehen leidvoll . 1998 wurde auf Beschluss der Bayerischen Staatsregierung Maria
Theresias Büste in der Walhalla bei Regensburg,
der Ruhmeshalle für herausragende Persönlichkeiten, aufgestellt, um ihr
bahnbrechendes Wirken im Erziehungs- und Bildungswesen zu würdigen.
1997 arbeiteten weltweit in mehr als 30 Ländern der Erde etwa 5000
Schulschwestern in Kindergärten, Kinder- und Jugendheimen, an allgemein- und
berufsbildenden Schulen.
Die Seligsprechung von Maria Theresia von Jesu erfolgte 1985 durch Papst Johannes Paul II. Zurück zur Hauptseite
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